Wie Sachsen das Handwerk stärken will
Das sächsische Handwerk ist stark aufgestellt, wird aber auch vielen Problemen belastet. Ein Aktionsplan soll es den Betrieben mittelfristig leichter machen. Symbolfoto: Pixabay
Ein Aktionsplan rückt die Zukunftsfähigkeit der hiesigen Betriebe in den Fokus.
Rund 280.000 Menschen arbeiten in einem von über 54.000 Handwerksbetrieben in Sachsen. Damit ist das Handwerk ein zentraler Wirtschaftsfaktor. Eine Besonderheit im Freistaat: Zwischen Lausitz und Vogtland gibt es im bundesweiten Vergleich besonders viele kleine Firmen. Gerade sie leiden unter der schwierigen wirtschaftlichen Lage. Ein Aktionsplan soll künftig auch ihnen helfen. Der entsprechende Antrag war jetzt Thema im Sächsischen Landtag. „Ohne Handwerk hätten wir kein funktionierendes Gemeinwesen. Das Handwerk ist unverzichtbar für zentrale Zukunftsaufgaben wie Energiewende, Wohnungsbau, Digitalisierung und Infrastruktur“, so Wirtschafts- und Arbeitsminister Dirk Panter. Gleichzeitig verwies er auf die erheblichen Herausforderungen für die Branche: „Steigende Energiepreise, Fachkräftemangel und Bürokratie setzen viele Betriebe unter Druck. Hinzu kommen notwendige Investitionen in Digitalisierung und moderne Ausbildung“. Mit dem Plan der CDU-SPD-Koalitionsfraktionen sowie der BÜNDNISGRÜNEN wolle man gegensteuern beziehungsweise zur Stabilität der Branche beitragen.
Höherer Meisterbonus
Konkret geht es um eine Stärkung der frühzeitigen Berufsorientierung sowie der Ausbildungsinfrastruktur. Über den Sachsenfonds soll eine verbindliche Investitionsoffensive für überbetriebliche Ausbildungszentren finanziert werden. Der Meisterbonus soll auf 3.000 Euro steigen. „Meisterinnen und Meister sind für die sächsische Wirtschaft unverzichtbar. Sie gründen oder übernehmen Betriebe, schaffen Arbeitsplätze und sichern den eigenen Fachkräftenachwuchs über die duale Ausbildung“, so Panter weiter. Angesichts des demografischen Wandels gewinne das Thema zusätzlich an Bedeutung. Schon jetzt sind fast 40 Prozent der sächsischen Firmeninhaber älter als 55 Jahre. In den kommenden zehn Jahren stehen nach Schätzung des Wirtschaftsministeriums rund 19.000 Betriebsübergaben an.
Unter anderem durch das das Once-Only-Prinzip, das besagt, dass Bürger und Unternehmen Daten und Nachweise bei Behörden nur noch einmal einreichen müssen, und weniger Berichtspflichten sollen außerdem bürokratische Hürden abgebaut werden. Ebenfalls denkbar: Ein freiwilliges Jahr im Handwerk, bei dem Menschen, die unsicher sind, erste Erfahrungen in der Branche sammeln können.
Der Aktionsplan sei „ein umfangreicher Arbeitsauftrag an die Staatsregierung“, den man annehme, so der Wirtschaftsminister.
Von Annett Kschieschan