Für mehr Klarheit bei der dualen Ausbildung
Weniger ist mehr – beim Thema Berufsausbildung setzt man sich in Sachsen für eine Reduzierung der Lehrberufe inklusive ihrer zahlreichen Spezialisierungen ein. Symbolfoto: Adobestock
In Sachsen macht man sich für eine Reduzierung der Ausbildungsberufe stark und nennt die „zunehmende Unübersichtlichkeit“ als Grund.
Deutschlandweit gibt es derzeit 328 anerkannte Ausbildungsberufe. In diesem Fall gilt nach Ansicht des Sächsischen Kultusministeriums aber „weniger ist mehr“. Der Freistaat setzt sich dafür ein, die Zahl zu reduzieren und fordert den Bund auf, ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren auf den Weg zu bringen. Das sächsische Kabinett hat den Beschluss dazu Ende April gefasst, am 8. Mai soll die Initiative in den Bundesrat eingebracht werden.
„Bei der Wahl einer Ausbildung werden viele Jugendliche von der Angebotsvielfalt erschlagen. Wir wollen deshalb den ‚Angebots-Dschungel‘ lichten. Durch die Straffung des Angebots geben wir den Jugendlichen mehr Orientierung und ermöglichen gleichzeitig eine effizientere Beschulung in den Berufsschulen“, so Kultusminister Conrad Clemens.
Im Ministerium verweist man darauf, dass der sächsische Landesausschuss für Berufsbildung bereits 2029 ein Papier zum Thema „Sächsische Dekade der Berufsbildung – 10 Punkte zur Stärkung dualer Bildungswege“ beschlossen hatte. Schon dort wurde festgestellt, dass es „dringend notwendig“ sei, „die Vielzahl der Berufe und Spezialisierungen zu Berufsgruppen zusammenzufassen und daraus Kernberufe mit offenen und dynamischen Berufsbildern zu formieren“. (an)