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Quiet Quitting: Nur noch Dienst nach Vorschrift statt Mehrarbeit

Copyright© Andrii Iemelyanenko

Quiet Quitting ist ein Phänomen, das in der Arbeitswelt immer häufiger auftritt. Haben Sie schon einmal von dem Trend gehört, der seit einiger Zeit für klare Grenzen und eine bessere Work-Life-Balance sorgen soll? Manche Mitarbeiter ziehen sich darüber hinaus innerlich aus ihrem Arbeitsverhältnis zurück, etwa aufgrund fehlender Anerkennung und Wertschätzung. Ist Quiet Quitting also mehr als nur der Dienst nach Vorschrift und was bedeutet das für ein Unternehmen, wenn die Arbeitseinstellung der Mitarbeiter sinkt? Die genaue Bedeutung von Quiet Quitting, woran sie es erkennen und welche Auswirkungen Quiet Quitting für Sie als Arbeitnehmer hat, listet der nachfolgende Artikel auf.

Dienst nach Vorschrift: Was bedeutet Quiet Quitting?

Der Begriff „Quiet Quitting“ kann wörtlich „stille oder innere Kündigung“ übersetzt werden und bedeutet „Dienst nach Vorschrift“. Der Trend besteht seit geraumer Zeit und ist vor allem in den sozialen Medien bei den Millennials und der Gen Z präsent. Quiet Quitting ist das Gegenstück zur sogenannten Hustle-Kultur, in der der Karriereerfolg an höchster Stelle und noch vor dem privaten Glück steht.

Es handelt sich nicht, wie der Name vermuten lässt, um eine besondere Form der Kündigung. Es geht vielmehr darum, dass Sie Nein zu unbezahlten Überstunden, speziellen Sonderaufträgen und Aufgaben sagen, die nicht in Ihrem Arbeitsvertrag festgelegt sind.

Beim Quiet Quitting beschränken sich die Mitarbeiter nur auf das Minimum, das die Führungskräfte von ihnen verlangen. Als Arbeitnehmer stellen Sie eine Art Demotivation fest, die Ihnen die Freude am Arbeiten nimmt. Wenn Sie sich weniger mit Ihrem Job verwachsen fühlen und ihn nur noch als lästige Notwendigkeit ansehen, liegt womöglich Quiet Quitting bei Ihnen vor.

Wie macht sich Quiet Quitting bemerkbar?

Was sind also die ersten Anzeichen von Quiet Quitting und wie können Sie als Arbeitnehmer Ihren Wunsch nach der inneren Kündigung feststellen? Nehmen Sie sich dafür einen Moment Zeit und reflektieren Sie:

  • Wie lange arbeiten Sie bereits im Unternehmen?
  • Was sind Ihre tatsächlichen Aufgaben und welche übernehmen Sie zusätzlich?
  • Und wie fühlen Sie sich zu Beginn und zum jetzigen Zeitpunkt im Unternehmen wahrgenommen?

Danach machen Sie sich Gedanken darüber, wie Sie zu Ihrer Arbeitsleistung, dem Unternehmen und Ihrer Work-Life-Balance stehen:

  • Verspüren Sie ein gewisses Engagement und denken Sie auch außerhalb der Arbeitszeiten ans Büro?
  • Ist Ihnen der Erfolg eines anstehenden Projekts wichtig oder eher gleichgültig?
  • Stellen Sie ein monotones Gefühl bei sich fest, wenn Sie an die Aufstiegschancen im Unternehmen denken?
  • Verspüren Sie Langeweile während der Arbeitszeiten?

Ein gutes Mittelmaß ist für eine gesunde Work-Life-Balance wichtig, denn nach dem Feierabend sollten Sie Ihre verdiente Ruhe genießen. Gleichgültigkeit, Monotonie oder Langeweile im Job sind hingegen erste Warnzeichen, die auf Quiet Quitting hindeuten. Zu den weiteren Anzeichen gehört Unzufriedenheit, die sich durch einen inneren Rückzug und eine geringere emotionale Bindung zum Job bemerkbar macht:

  • Ihre Arbeitsleistung und Ihr Engagement lassen nach,
  • Sie beteiligen sich nicht an Meetings und vermeiden die Kommunikation mit anderen Mitarbeitern,
  • Sie machen einen Rückzug, wenn es um Teamevents geht,
  • Sie machen pünktlich Feierabend ohne zusätzliche Überstunden
  • oder Sie nehmen vieles resigniert hin.

Wenn Ihnen einer oder mehrere dieser aufgeführten Punkte bekannt vorkommen, kann dies auf Quiet Quitting hindeuten. Die innere Kündigung ist für viele Arbeitnehmer häufig der einzige Ausweg, um mit der Frustration am Arbeitsplatz umzugehen. Dabei hegen Sie nicht unbedingt den Wunsch, eine Kündigung auszusprechen oder sich nach einem neuen Job umzusehen.

Was sind die Ursachen für Quiet Quitting und wie wirkt sich das aus?

Die Ursachen von Quiet Quitting sind vielseitig: Oftmals dient es als eine Art Ventil, vor allem bei Über- oder Unterforderung, bei anhaltendem Stress und bei fortwährenden Problemen im Unternehmen. Der Arbeitnehmer spricht die Kündigung nicht laut aus, hält sich aber mit dem Gedanken daran die Option offen. Mitunter ausschlaggebende Gründe für die sinkende Arbeitseinstellung sind:

  • mangelnde Kommunikation seitens der Führungskräfte und Mitarbeiter,
  • fehlende Struktur
  • hohes Arbeitspensum
  • unbezahlte Überstunden
  • Aufgaben, die nicht in Ihr Tätigkeitsfeld fallen
  • geringe Wertschätzung
  • zu niedrige Entlohnung

Gerade unter den Mitarbeitern kann das fatale Folgen haben und sich wie Kreise auf dem Wasser weiterziehen. Dann folgt eine Kündigung nach der anderen und Sie müssen die anfallenden Aufgaben Ihrer ehemaligen Kollegen übernehmen, bis Sie selbst eine Kündigung aussprechen.

Was können Sie als Arbeitnehmer gegen Quiet Quitting tun?

Quiet Quitting können Sie sowohl positiv als auch negativ betrachten, denn einerseits ist das Arbeiten nach den vorgeschriebenen Arbeitszeiten gesund für die eigene Psyche. Nehmen Sie die Arbeit nicht mit nach Hause und schalten Sie nach Feierabend ab. So halten Sie ein gesundes Mittelmaß ein, das Ihrer Work-Life-Balance guttut. Dies gilt als eine der positiven Auswirkungen von Quiet Quitting, indem Sie auf Ihre eigenen Grenzen und Bedürfnisse achten.

Andererseits sollte Ihnen der Erfolg eines Projekts am Herzen liegen, um das Unternehmen voranzutreiben. Desinteresse und Gleichgültigkeit gelten als negative Aspekte, die weitreichende Folgen für das Unternehmen und somit auch für Ihren Arbeitsplatz haben können.

Wenn Sie erste Anzeichen von Langeweile, Überarbeitung oder einem zu hohen Arbeitspensum verspüren, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arbeitgeber. Eine offene Kommunikation, eine gleichberechtigte Aufgabenverteilung sowie einzuhaltende Arbeitszeiten sollten von den Führungskräften zeitnah umgesetzt werden.

Fazit

Der Begriff „Quiet Quitting“ ist immer häufiger im Gespräch, wenn die Moral der Mitarbeiter in einem Unternehmen sinkt. Das Phänomen wird insbesondere seit den vergangenen Jahren verstärkt thematisiert. Dabei sollen Sie Ihre eigenen Grenzen stecken und den Fokus auf eine gesunde Work-Life-Balance legen. Oftmals sind verschiedene Ursachen wie etwa mangelnde Wertschätzung oder ein zu hohes Arbeitspensum der Grund für die innere Kündigung, die Sie als Arbeitnehmer niemals aussprechen würden. Quiet Quitting macht auf die Umstände im Unternehmen aufmerksam, die der Arbeitgeber durch bestimmte Maßnahmen verbessern muss.

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