Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland

Wie inklusiv wird die Arbeitswelt von morgen?

Inklusion muss mehr sein als ein Lippenbekenntnis. Auf dem Arbeitsmarkt gibt es hier noch Luft nach oben. Symbolfoto: Adobestock

Auch in Sachsen gibt es bei der Beschäftigungsquote behinderter Menschen noch viel Luft nach oben. Eine Studie wagt den Blick in die Zukunft.

Von Annett Kschieschan

Wie inklusiv wird die Arbeitswelt der Zukunft sein? Mit dieser Frage haben sich Forscherinnen und Forscher im Rahmen einer Untersuchung beschäftigt, die das Institut für Innovation und Technik im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums umgesetzt hat. Hintergrund ist die Diskrepanz zwischen dem verbrieften Recht behinderter Menschen auf berufliche Teilnahme und der in Deutschland und auch Sachsen immer noch eher niedrigen Beschäftigungsquote der Betroffenen. Laut dem Deutschen Gewerkschaftsbund liegt sie im Freistaat Schnitt bei rund vier Prozent und damit unter der gesetzlichen Pflichtquote von fünf Prozent. Die aktuell schwierigeren Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt verstärken das Problem.

Die aktuelle Untersuchung zeigt zwar, dass es bereits „zahlreiche erfolgreiche Praxisbeispiele und innovative Inklusionsansätze“ gibt – unabhängig von Branchenzugehörigkeit oder Unternehmensgröße. Entscheidend für mehr Inklusivität seien aber sowohl eine „gute wirtschaftliche und finanzielle Lage von Unternehmen und Organisationen als auch das Bestreben, inklusiv sein zu wollen“.  Ist Letzteres der Fall gibt es viele Unterstützungsmöglichkeiten, etwa beim Kommunalen Sozialverband Sachsen oder auch bei den Arbeitsagenturen. Unternehmen, die Menschen mit Behinderungen einstellen möchten, können sich dort beraten lassen.

Digitalisierung bringt Chancen

Schwieriger gestaltet sich die wirtschaftliche Komponente. Viele Betriebe stellen gegenwärtig gar keine neuen Mitarbeiter ein, anderen bauen Arbeitsplätze ab. Vor diesem Hintergrund sind auch die Prognosen für die Beschäftigungsquote Behinderter nicht allzu optimistisch. So erwarten die Fachleute bis 2040 maximal eine leichte Zunahme, denkbar sei aber auch eine Stagnation. Bedenklich sei das vor allem auch mit Blick auf die demografische Entwicklung. Das Risiko einer Schwerbehinderung steigt im Alter stark an. Fast 58 Prozent der Betroffenen in Deutschland sind 65 Jahre oder älter. Gemeinsam mit der Debatte um ein höheres Renteneintrittsalter deutet sich hier eine potenziell komplizierte Gemengelage an. Einen Lichtblick gibt es dennoch: Die zunehmende Digitalisierung und die Möglichkeiten, zeitlich und örtlich flexibel zu arbeiten, zahlen demnach auch auf die Chancen Behinderter ein.

 

// code is done in IVWJavascriptPreload