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Bald weniger Ausbildungsberufe?

Wenn es um die Wahl der richtigen Ausbildung geht, haben junge Leute hierzulande die Qual der Wahl. Nun soll die Zahl der Ausbildungsberufe reduziert werden. Foto: Adobestock

Der Bundesrat hat den entsprechenden Antrag aus Sachsen beschlossen. Vor Ort erhofft man sich dadurch mehr Effizienz.

Von Annett Kschieschan

Vom Augenoptiker bis zum Zweiradmechatroniker – wer in Sachsen eine Ausbildung machen möchte, hat eine große Auswahl. Ein Großteil der insgesamt 324 bundesweit möglichen Ausbildungsberufe können auch zwischen Lausitz und Vogtland gelernt werden. Dazu kommen 178 Fachrichtungen und 88 Schwerpunkten. Ganz schön viel – zu viel, findet man im Freistaat. Sachsen hatte deshalb einen so genannten Entschließungsantrag in den Bundesrat eingebracht. Unter der Überschrift „Reduzierung der Anzahl der anerkannten Ausbildungsberufe in der dualen Berufsausbildung“ wird der Bund damit von den Ländern aufgefordert, ein Gesetzgebungsverfahren zur Reduzierung der anerkannten Ausbildungsberufe sowie der Vielzahl von Fachrichtungen und Schwerpunkten in der dualen Berufsausbildung auf den Weg zu bringen.

„Deutschland hat zu viele Ausbildungsberufe“, sagt der sächsische Kultusminister Conrad Clemens. Die duale Ausbildung sei für viele Jugendliche kaum noch überschaubar. Mit der erhofften Straffung des Angebotes wolle man dem Nachwuchs die Berufsauswahl erleichtern und gleichzeitig für eine „effizientere Beschulung an unseren Berufsschulen“ sorgen, so der Minister. Die Zeichen dafür stehen inzwischen gut – Ende September hat der Bundesrat den sächsischen Antrag beschlossen.

Erster Vorstoß schon 2019

Der sächsische Landesausschuss für Berufsbildung (LAB) hatte bereits 2019 in seinem Papier zur „Sächsischen Dekade der Berufsbildung“ zehn Punkte zur Stärkung dualer Bildungswege formuliert und betont, dass es dringend notwendig sei, die Vielzahl der Berufe und Spezialisierungen zu Berufsgruppen zusammenzufassen und daraus Kernberufe mit offenen und dynamischen Berufsbildern zu formieren. Dazu kommt: Im Koalitionsvertrag des Bundes ist bereits festgehalten, dass die Bundesregierung gemeinsam mit den Sozialpartnern „die Aus- und Fortbildungsordnungen regelmäßig überprüfen und anpassen“ möchte. Die Qual der Wahl für Berufseinsteiger – sie soll mittelfristig zumindest etwas geringer werden.

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