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Gegen den Lehrkräftemangel: Sachsen und Brandenburg rücken die sorbische Sprache in den Fokus

Lehrer werden in Sachsen vor allem im ländlichen Raum gebraucht. In der Lausitz ist auch das Thema Zweisprachigkeit wichtig. Foto: Adobestock

Beide Länder wollen beim Thema Aus- und Weiterbildung sowie bei der Digitalisierung noch stärker zusammenarbeiten. 

Von Annett Kschieschan

In Ostsachsen und Südbrandenburg gehört die sorbische Sprache zum Alltag – und das nicht nur im privaten Umfeld. Auch, wenn es um Bildung und Ausbildung geht, ist die Zweisprachigkeit ein wichtiges Thema. Deshalb setzen beide Bundesländer auf gemeinsame Initiativen. Dazu gehört die Ausbildung angehender Lehrerinnen und Lehrer. Anfang des Monats sind an der BTU Cottbus-Senftenberg die beiden Studiengänge Deutsch-Sorbisch/Wendisch und Mathematik-Sorbisch/Wendisch für die Primarstufe gestartet. Das Angebot ist zunächst auf die sechsjährige Grundschule in Brandenburg zugeschnitten, heißt es. Für die Lehre konnte die Cottbusser Universität eine Mitarbeiterin gewinnen, die über umfangreiche Erfahrungen in Wissenschaft wie Schulpraxis verfügt. Brandenburg beteiligt sich weiterhin an der Finanzierung des Instituts für Sorabistik der Universität Leipzig. Das Cottbuser Angebot ergänze die Leipziger Sorabistik, informiert das sächsische Kultusministerium.

Und auch beim Thema Digitalisierung rücken Sachsen und Brandenburg die Zweisprachigkeit in den Fokus. So gibt es bereit ein eigenes Übersetzungsprogramm für Ober- und Niedersorbisch. Unter dem Namen „Sotra“ wird es vom sorbischen Dachverband Domowina über die Witaj-Sprachzentren betrieben. Die Länder haben sich darüber verständigt, wie die vorhandene Datenbasis gemeinsam erweitert werden kann, vor allem um Texte aus der Verwaltung.

„Die Digitalisierung der sorbischen Sprachen und ihrer Nutzung in unterschiedlichen Anwendungen ist eine der wesentlichen Zukunftsaufgaben im sorbischen Bereich“, sagt Franziska Brech, Beauftragte der Sächsischen Staatsregierung für Angelegenheiten der Sorben. Da sei Chance und Herausforderung zugleich. „Durch die Schaffung verlässlicher, rechtskonformer digitaler Sprachtechnologien und Künstlicher Intelligenz wollen wir Sprachräume erhalten, erweitern und neu schaffen, auch in der Verwaltung. Gleichzeitig wird deutlich: Gerade für Minderheitensprachen wie das Sorbische ist der Weg zur digitalen Teilhabe auf Augenhöhe nicht selbstverständlich“, so die Beauftragte.

Weil in der Lausitz unter anderem mit dem Großforschungszentrum für Astrophysik und dem Smart Mobility Lab zunehmend Zukunftstechnologien neue Jobs für Einheimische und Zuzügler schaffen, ist das Thema auch wichtig für das Miteinander im sorbischen Siedlungsgebiet. Beide Länder würdigen das Engagement für die Sprache ausdrücklich.  So erhielt Theresia Schön im September in Kamenz den Zejler-Preis 2026 für ihre herausragenden Verdienste auf dem Gebiet der sorbischen Bildung, Übersetzung und Publizistik. Der mit 5.000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre vom Freistaat Sachsen für beispielhafte Leistungen beim Erwerb, Gebrauch sowie der Vermittlung der sorbischen Sprache vergeben. Noch bis 31. Oktober läuft die Ausschreibung für den Mina-Witkojc-Preis, mit dem das Land Brandenburg alle zwei Jahre herausragendes Engagement für die Anwendung, die Vermittlung und die Weiterentwicklung der niedersorbischen Sprache auszeichnet.

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