Wie die Forschung Sachsens Wirtschaft neuen Schwung gibt
Viele Ideen – aber welche ist erfolgversprechend? Aus den Dresdner Hochschulen heraus werden besonders viele Patente angemeldet. Foto: Adobestock
An den Hochschulen im Freistaat werden besonders viele Patente angemeldet. Vor allem in Dresden ist der Erfindergeist ausgeprägt. Das hat Gründe.
Neuentwicklungen stärken die Wirtschaftskraft. Gerade in Krisenzeiten können sie entscheidende Impulse geben. Und hier hat Sachsen viel zu bieten. Wie das Bundesfinanzministerium in einer seiner jüngsten „Zahlen des Monats“ mitteilte, meldeten ostdeutsche Hochschulen gemessen an der Bevölkerungszahl der jeweiligen Bundesländer zuletzt 78 Prozent mehr Patente an als westdeutsche. Die TU Dresden gehört mit mehr als 300 Patenten, die hier zwischen 2022 und 2025 angemeldet wurden, zur Spitze. Die Zahl der Patentanmeldungen von Hochschulen gilt als ein wichtiger Indikator für den Transfer von Forschungsergebnissen in die Wirtschaft. „Mit einem Schwerpunkt auf Natur- und Ingenieurwissenschaften an den sächsischen Hochschulen und dem an vielen Stellen spürbaren Forscher- und Erfindergeist haben wir ausgezeichnete Bedingungen für ein starkes Patentgeschehen. Ein professionelles Patentmanagement ist ein unverzichtbarer Teil der Hochschulinnovationsstrategie, mit der der Freistaat die Transferstrukturen sächsischer Hochschulen stärkt“, so Sachsens Wissenschaftsminister Sebastian Gemkow.
Auch Freiberg ist vorn mit dabei
Darüber hinaus habe „wissenschaftliche Exzellenz in Kombination mit Mut zum Unternehmertum ein großes Potenzial, über Startups Forschungsergebnisse wirtschaftlich nutzbar zu machen“. Patente könnten zudem die Attraktivität für Risikokapitalgeber wesentlich erhöhen.
Dass Dresden bei den Patentanmeldungen hervorsticht, liegt auch an einem starken Netzwerk vor Ort. So fungiert die Initiative dresden/exists als Start-up-Service der Dresdner Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Allein an der TU begleitet sie pro Jahr zwischen 50 und 70 potenzielle Gründerinnen und Gründer.
Und nicht nur in der Landeshauptstadt läuft der Forschungsturbo. Mit 107 Patentanmeldungen liegt auch die TU Bergakademie Freiberg bei Innovationen vorn. Es folgen die TU Chemnitz mit 55 und die Universität Leipzig mit 39 Anmeldungen. Bei den Hochschulen für angewandte Wissenschaften führt die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden mit 22 Anmeldungen vor der Hochschule Mittweida mit 15 Anmeldungen. Insgesamt haben die sächsischen Hochschulen in staatlicher Trägerschaft in den zurückliegenden drei Jahren 555 Patente angemeldet.
Von Annett Kschieschan