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Mehr Geld für Hundertausende in Sachsen

Der gesetzliche Mindestlohn ist zum 1.1.2026 erneut gestiegen. Symbolfoto: Adobestock

Die Erhöhung des Mindestlohns zum 1. Januar 2026 betrifft viele Arbeitnehmer zwischen Lausitz und Vogtland. Vor allem eine Branche profitiert – doch es gibt auch Kritik.

Mit dem Jahreswechsel geht die schrittweise Erhöhung des Mindestlohns in die nächste Runde. Seit dem 1.1. 2026 liegt dieser bei 13,90 Euro brutto in der Stunde. Zudem hat sich auch die Verdienstgrenze im Minijob erhöht – und zwar auf 603 Euro monatlich. So viel dürfen Minijobber brutto verdienen, ohne Sozialversicherungsbeiträge zahlen zu müssen.

Allein von der Mindestlohnerhöhung sind auch viele Arbeitnehmer in der Region betroffen. „In Sachsen profitieren rund 359.000 Beschäftigte direkt von der Anhebung des Mindestlohns zum 1. Januar 2026. Das sind 21 Prozent aller Beschäftigten in Sachsen“, so die stellvertretende Vorsitzende des DGB Sachsen Daniela Kolbe. Im Gastgewerbe beträfe die Erhöhung sogar 64 Prozent der sächsischen Beschäftigten. „Das zeigt erneut, wie wichtig der gesetzliche Mindestlohn als unterste Haltelinie ist. Vor allem für die Beschäftigten im Niedriglohnsektor, der weiter zurückgedrängt werden muss“, so Kolbe weiter.

Sie weist zudem darauf hin, dass Betroffene, die den Mindestlohn unrechtmäßig nicht erhalten, ihre Arbeitgeber zunächst darauf hinweisen und sich gegebenenfalls an ihre Gewerkschaften, Betriebsräte oder die zuständigen Zollämter wenden sollten.

Spezifische Mindestlöhne in einzelnen Branchen

Bundesweit gibt es seit 2015 einen einheitlichen gesetzlichen Mindestlohn. Darüber hinaus gelten für einige Wirtschaftszweigen branchenbezogene tarifliche Mindestlöhne, die zum Teil deutlich über dem allgemeinen gesetzlichen Mindestlohn liegen. Auch sie sind in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich angestiegen. Während Gewerkschaften und Sozialverbände diese Entwicklung begrüßen, befürchten Arbeitgeberverbände durch die höheren Lohnkosten vor allem angesichts der angespannten Wirtschaftslage Arbeitsplatzverluste und perspektivisch höhere Preise für Verbraucher.

Von Annett Kschieschan

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