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In kleinen Schritten zum Berufsabschluss

Weiterbildung in Theorie und Praxis – das funktioniert auch über das Modell der Teilqualifizierung, das in Sachsen inzwischen häufig genutzt wird. Symbolfoto: Adobestock

Die Teilqualifizierung ermöglicht Erwachsenen über 25 Jahren, sich in Modulen weiterzubilden. Unternehmen können dafür Förderungen nutzen.

Weiterbildung gilt als Schlüssel für die berufliche Entwicklung. Die Teilqualifizierung ist eine Möglichkeit, auch in späteren Lebensabschnitten einen anerkannten Berufsabschluss zu erzielen. Das bsw Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft verweist auf die guten Erfolgschancen dieses Weges. Das Bildungswerk hatte das Qualifizierungsmodell seit 2014 maßgeblich mitentwickelt.  „Mit der erfolgreichen Absolvierung von Teilqualifizierungen finden die Teilnehmenden schnell neue Anstellungen – und Arbeitgeber profitieren von qualifizierten Mitarbeitenden“, so Geschäftsführer Patrick Millies. Inzwischen habe das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) seine finale Empfehlung zur qualitätsgesicherten Gestaltung und Umsetzung von Teilqualifikationen (TQ) im Bundesanzeiger veröffentlicht. Damit solle „der ‚Wildwuchs‘ an unterschiedlichsten Angeboten eingedämmt, ein bundesweit einheitlicher Rahmen geschaffen und ein neuer, verlässlicher Weg eröffnet werden, wie Erwachsene einen anerkannten Berufsabschluss erwerben können“.

Aber wie funktioniert das konkret? Arbeitsuchende und vor allem auch Quereinsteiger können sich über die Teilqualifizierung in Modulen in überschaubaren Zeiträumen und sehr praxisnah für konkrete Aufgaben in Unternehmen qualifizieren. Jede Teilqualifizierung kombiniert theoretische Lernphasen mit praktischen Einsätzen und schließt mit einer theoretischen und praktischen Kompetenzfeststellung ab. Modul für Modul können Menschen so ihre Kenntnisse erweitern. Am Ende stehen eine Externenprüfung und ein vollwertiger Berufsabschluss.

Modell für ganz Deutschland

In Sachsen sei die Teilqualifizierung längst ein „belastbares Instrument der Fachkräftesicherung“. Heute bietet das bsw nach eigenen Angaben 150 Teilqualifizierungen in 25 Ausbildungsberufen an. Seit der Einführung wurden an den 15 Standorten des Bildungswerkes mehr als 500 Menschen qualifiziert, rund 50 davon haben inzwischen auch einen IHK-Berufsabschluss erworben.

Ein zusätzliches Plus für Unternehmen ist die Möglichkeit der finanziellen Förderung. „Teilqualifizierungen im bsw sind nach AZAV zugelassen und damit auch für Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden im Sinne von abschlussorientierten Qualifizierungen entwickeln möchten, förderfähig durch die Agentur für Arbeit“, so Millies. Die Empfehlung des Bundesinstituts für Berufsbildung sei nicht nur Anerkennung der bisherigen Bemühungen um die Teilqualifizierung. Sie mache auch den Weg frei „für qualitätsgesicherte, einheitlich strukturierte Teilqualifikationen in ganz Deutschland.“ (an)

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