Partner im RedaktionsNetzwerk Deutschland

Licht und Schatten auf dem Ausbildungsmarkt

Ausbilden oder nicht? Bundesweit entscheiden sich angesichts schwieriger Gemengelagen aktuell viele Betriebe dagegen. Andere setzen gerade jetzt auf Nachwuchs, etwa im ostsächsischen Handwerk. Foto: Adobestock

Die IG Metall kritisiert den bundesweiten Rückgang der neu abgeschlossenen Lehrverträge. In Sachsen freut sich indes vor allem das Handwerk über steigendes Interesse.

 

In der Industrie wurden bundesweit im vergangenen Jahr spürbar weniger Lehrverträge abgeschlossen. Wie die IG Metall unter Bezug auf ihre „Ausbildungsbilanz 2025“ informiert, sei die Zahl der neuen Ausbildungsverträge in den industriellen Kernberufen um 9,1 Prozent gesunken. Besonders betroffen seien der Maschinenbau, aber auch die Metall- und Elektroindustrie. Bei den Handwerksberufen konstatiert die Gewerkschaft ein Minus von drei Prozent, in der IT-Branche, die lange für den besonders eklatanten Fachkräftemangel bekannt war, wurden sogar 14 Prozent weniger Lehrverträge abgeschlossen. „Die Wirtschaftskrise ist auch für Azubi-Bewerber spürbar, sie darf aber keine Ausrede für die Unternehmen sein. Ausbildung ist kein Kosten-, sondern ein Chancen-Faktor für alle“, so Hans-Jürgen Urban, Vorstandsmitglied der IG Metall. Der Trend sei „fatal“. „Firmen sind genau dort immer weniger ausbildungswillig, wo für den wirtschaftlichen Wandel dringend Fachkräfte-Nachwuchs gebraucht wird. Das ist perspektivloser Pfusch auf Kosten junger Menschen“, kritisiert Urban.

Mehr Verträge in Ostsachsen

Ein Blick in die Regionen lohnt dennoch. So weist die Handwerkskammer Dresden, zuständig für die Landkreise Bautzen, Görlitz, Meißen, Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die Landeshauptstadt Dresden, für 2025 immerhin 8,6 Prozent mehr abgeschlossene Ausbildungsverträge aus. Die Zahl belege „eindrucksvoll den Ruf vom Handwerk als Ausbilder der Nation und der Region“, sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. Auch in diesem Jahr sei das Angebot an Lehrstellen groß. Auszubilden gehöre „trotz aller konjunktureller Sorgen zur DNA des Handwerks“.

Insgesamt ging das Angebot an Lehrstellen im Vorjahr bundesweit um 4,6 Prozent zurück, die Nachfrage von Jugendlichen nach einer dualen Berufsausbildung stieg leicht um 0,7 Prozent an.

von Annett Kschieschan

// code is done in IVWJavascriptPreload