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Sicher im virtuellen Raum – Dresdner Unternehmen macht Schüler und Lehrer fit

Kaum ein Berufsbild kommt heute ohne Internet, Social Media und KI aus. Der verantwortungsvolle Umgang damit will früh gelernt sein. Das Dresdner Unternehmen Social Web macht Schule hat dafür einen Preis bekommen. Symbolfoto: Adobestock

Mit einem Projekt zu den Chancen und Grenzen der KI belegte die gemeinnützige GmbH Social Web macht Schule beim Wettbewerb um den sächsischen Innovationspreis Weiterbildung den ersten Platz. Nicht nur hier sind die Gründer am Puls der Zeit.

 

Was ist der neueste Modetrend in Tokio? Welche Philosophie steckt hinter der „Herr der Ringe“-Trilogie? Und wie bäckt man eigentlich Zimtschnecken? Auf diese und unzählige weitere Fragen hat das Internet die Antwort. Und es ist längst mehr als ein virtuelles Lexikon, es ermöglicht den Austausch mit anderen Japan-Begeisterten, Herr-der-Ringe-Fans und Zimt-Liebhabern. Im Social Web kann man Gleichgesinnte und Diskussionspartner finden, Verbindungen schaffen und Freundschaften schließen. Wo Menschen aufeinandertreffen, kann es aber auch Konflikte geben, Täuschungen, Betrug, Mobbing – auch das ist Teil des Social Webs. Und es ist ein Teil, den vor allem Jugendliche oft unterschätzen. Dass man seine Schritte auch auf virtuellen Wegen mit Bedacht wählen sollte, Privates schützen und längst nicht alles glauben sollte, was online perfekt oder spektakulär daherkommt, müssen junge Menschen erst lernen. Und hier kommt Social Web macht Schule ins Spiel. Die gemeinnützige GmbH mit Sitz in Dresden will Medienkompetenz fördern und hat die entscheidende Frage dafür prominent im eigenen Web-Auftritt platziert: „Wer befähigt unsere Kinder, mit dem Internet zu (über)leben?“

Junge Leute auf die Veränderungen in der Arbeitswelt vorbereiten

Was zunächst drastisch klingt, bringt auf den Punkt, was auch Medienwissenschaftler längst bestätigen: Die Welt hat sich durch das Internet und die sozialen Medien nachhaltig verändert – und sie wird es nicht zuletzt durch die Möglichkeiten der Künstlichen Intelligenz auch weiterhin tun. Wie alle Generationen – vor allem aber Heranwachsende – mit dieser Transformation umgehen, entscheidet über die Zukunftsfähigkeit in vielen Lebensbereichen mit. Das Team von Social Web macht Schule geht in die Klassen und erklärt in individuell abgestimmten Workshops, wie man Fake News von echten Nachrichten unterscheidet, warum zu viel Social Media schlecht für die mentale Gesundheit sein kann und wie man sich vor Übergriffen im virtuellen Raum schützt. Es gibt maßgeschneiderte Angebote für Grund- und Förderschulen, für die Oberstufe, für Lehrer und Eltern. Auch außerhalb der Schulen sind die Mitarbeiter unterwegs, organisieren Vorträge und Seminare, gestalten Ferienprogramme und schulen auch Senioren in Sachen Medienkompetenz. Das Thema gehe nun einmal alle an.

 

Die nächsten Projekte sind schon geplant

Und die Umsetzung der Social Web macht Schule gGmbH überzeugt nicht nur die Teilnehmer der Kurse. Für ihre Projekte zum Thema KI und ChatGPT wurde das Unternehmen 2025 mit dem ersten Preis beim sächsischen Wettbewerb um den Innovationspreis Weiterbildung ausgezeichnet. Und bei allem Engagement – damit hatten die Macher dahinter nicht gerechnet. „Unser Team war definitiv nicht auf die Entscheidung der Jury vorbereitet. Wir sind sehr selbstbewusst, was die Qualität unserer Arbeit angeht, aber es gibt sehr viele gute Projekte da draußen. Umso mehr freut es uns, dass wir diesmal den Zahn der Zeit gut getroffen haben“, so Marcel Burghardt, Geschäftsführer der gGmbH. Bei dem von der Jury ausgezeichneten Projekt lernen Lehrkräfte die Funktionsweise, Anwendungsfälle, Chancen und Grenzen von verschiedenen KI-Tools kennen, können sich ausprobieren und so entscheiden, welche KI sie gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern nutzen wollen.

Die 15.000 Euro, mit denen der erste Platz dotiert ist, fließen direkt in die Arbeit. „Für den digitalen Unterricht benötigen wir digitale Tools. Bisher müssen wir darauf vertrauen, dass die Schulen Tablets zur Verfügung stellen können. Das ist jedoch nicht immer gewährleistet. Nun können wir eigene Geräte erwerben, sie nach unseren Vorstellungen einrichten und somit die Schulen entlasten“, so Marcel Burghardt weiter. Zudem investiere man gerade in die Entwicklung eines neuen Workshopkonzepts. „Neben unserem bestehenden Workshop zu den Chancen und Herausforderungen von ChatGPT für Schulklassen haben wir nun auch ein Format, das sich explizit mit den Themen Chatbots und Avataren befasst.“

Von Annett Kschieschan

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