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Sächsische Zeitung
Samstag, 29. Mai 2010


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Weiterbildung? Aber ja. Nur wo finde ich den richtigen Berater? Die Stiftung Warentest hat dazu einen Ratgeber veröffentlicht. Foto: dpa 


Weiterbilden – aber wo?
Von Gudrun Buhrig

Karriere. Ein neuer Leitfaden der Stiftung Warentest hilft, den passenden Kurs zu finden.

In Deutschland gibt es keine zentrale, kostenlose und unabhängige Beratungsstelle zur Weiterbildung. Die Angebote sind unübersichtlich. Ihre Dienste bieten beispielsweise Arbeitsagenturen, Handwerkskammern, Industrie- und Handelskammern sowie kostenpflichtige Karriereberater an. Vor allem in den alten Bundesländern gibt es dazu noch kommunale und spezielle Frauenberatungsstellen. Angesichts knapper Kassen stellen davon viele die Arbeit ein. Die Stiftung Warentest hat im Mai „Weiterbildung kompakt“, einen kostenlosen Leitfaden für Ratsuchende, im Netz veröffentlicht. Er liefert den Nutzern einen Überblick über die wichtigsten Gruppen.

Arbeitsagentur

Die Agentur ist per Gesetz auch zur Beratung über die Weiterbildung verpflichtet. Arbeitslose und Arbeitsuchende erfahren zum Beispiel, welche Fördermöglichkeiten, wie den Bildungsgutschein, es gibt. Vermittelt werden von der Agentur zum Beispiel berufliche Weiterbildungen in der Altenpflege, zum Techniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik oder Excel- und Powerpoint-Kurse. Informationen sowohl zu den Qualifikationsmöglichkeiten als auch zu den Beratungsstellen finden Sie im Internet.

www.arbeitsagentur.de

Handwerk

Die Handwerkskammer berät Einzelpersonen bei der Suche nach einer geeigneten Qualifikation. Dabei verweist sie nicht nur auf ihre eigenen Angebote. Die Beratung ist für Handwerker geeignet, die sich zum Beispiel zum Meister qualifizieren möchten oder sich für spezielle Lehrgänge im Handwerk interessieren. Die Angebote gibt es bei der Dresdner Handwerkskammer unter anderem für das Baufach, Elektro- und Informationstechnik und Zahntechnik. Handwerker. Wer sich auf rechtlichem, kaufmännischem oder betriebswirtschaftlichem Gebiet fortbilden will, erhält Rat bei der Dresdner Kammer.

www.bis-handwerk.de (Beratersuche)

Industrie und Handel

Die Industrie- und Handelskammer ist zuständig für die kaufmännische und gewerbliche Aus- und Weiterbildung. Einzelpersonen bekommen Unterstützung bei der Suche nach Weiterbildungsangeboten. Fach- und Führungskräfte kleiner und mittelständischerer Betriebe sind die Zielpersonen. Auch hier gilt, dass nicht nur eigene Maßnahmen empfohlen werden dürfen.

http://wis.ihk.de (Weiterbildungsberater)

Private

Für Jugendliche und Erwachsene, die zwischen 70 und 100 Euro für eine Stunde bezahlen können und wollen, gibt es private Beratungssinstitute. Sie informieren nicht nur zur Weiterbildung, sondern begleiten die Kunden auch bei Ausbildung, Karriere und Laufbahn.

Es gibt ein Register, in das Berufsberater aufgenommen werden, die bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen. Herausgeber ist der Deutsche Verband für Bildungs- und Berufsberatung. Angebote in der Nähe gibt es im Netz.

www.bbregister.de (Deutschlandkarte)

Bildungsprämie

Mit der Bildungsprämie fördert der Staat die Weiterbildung. Um den Bildungsgutschein von bis zu 500 Euro in Anspruch nehmen zu können, muss man sich an eine dafür vorgesehene Beratungsstelle wenden. Für den Gutschein gelten Einkommensgrenzen. Alleinstehende dürfen im Jahr nicht über 25600 Euro verdienen, Ehepaare 51200 Euro. Hilfe erhalten Sie über die kostenlose Hotline und im Netz.

Telefon: 0800/2623000

www.bildungspraemie.info (Deutschlandkarte)

Checkliste

Der Leitfaden fasst in fünf Punkten zusammen, woran Sie einen guten Berater erkennen.

Er lässt sich Ihr Anliegen schildern und klärt mit Ihnen das Ziel der Beratung, zum Beispiel eine konkrete Qualifikation zu finden.

Er informiert sich über Ihren Lebenslauf und gründet darauf die Vorschläge für die Weiterbildung.

Er unterbreitet konkrete Maßnahmen, wie Sie Ihrem Ziel Schritt für Schritt näher kommen. Das können Sprach- oder Computerkurse sein.

Er gibt Tipps zu Angeboten, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. Sie erhalten Auskunft über Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

Er hat Sie so beraten, dass Sie motiviert und mit konkreten Empfehlungen das Gespräch beenden. Sind Sie unsicher, suchen Sie woanders Rat.

Beratungsgespräch

Sie haben die richtige Beratungsstelle in Ihrer Nähe gefunden? Der Termin beim Berater steht fest? Zu dem Gespräch sollten Sie nicht unvorbereitet gehen. Das heißt, Sie müssen sich klar werden, was Sie erreichen wollen, welche Stärken und Schwächen Sie haben. Dabei kann Ihnen ein Selbsteinschätzungstest im Internet helfen. Das Ergebnis können Sie dem Berater vorlegen. Wichtig ist, dass Sie sich einen zeitlichen Rahmen setzen, in dem Sie Ihr Ziel erreichen wollen. Sie müssen aber auch wissen, wie viel Ihnen die Qualifikation wert ist und ob Sie an Wochenenden Seminare besuchen oder lieber einen Fern- oder E-Learn-Kurs belegen wollen. Kursangebote finden Sie auf Weiterbildungsdatenbanken.

www.meine-vhs.de (Volkshochschule)

www.kursnet-arbeitsagentur.de (Arbeitsagentur)

www.zfu.de (Fernunterricht)

www.eldoc.info (E-Learning)



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